Intimität 08: Planung und Choreografie
Intime Szenen müssen genauso geplant und choreografiert werden wie Kampfszenen.
Hier entsteht professionelle Arbeit auf höchstem Niveau.
Bevor die Szene gedreht wird, setzt du dich mit deinem Szenenpartner, dem Regisseur und dem Intimacy Coordinator (falls vorhanden) zusammen, um genau festzulegen, was passieren wird.
Sei sehr präzise:
- Welche Körperstellen berührt werden und wie
- Wie leidenschaftlich geküsst wird und in welche Richtung ihr euch dabei dreht
- Welche Kleidung anbleibt oder ausgezogen wird, und wann
- Wie lange jeder Moment dauert
- Welche Signale ihr verwenden könnt, wenn jemand während des Drehs kommunizieren muss
Das klingt vielleicht nüchtern, aber genau das macht den Dreh entspannt und angenehm. Wenn alle wissen, was sie erwartet, kannst du dich aufs Spielen konzentrieren, statt dir über praktische Details den Kopf zu zerbrechen.
Wie es ein Schauspieler formuliert:
Wer im Voraus plant, wird von nichts überrascht. In einer Kampfszene würdest du auch nicht einfach zuschlagen, ohne es vorher zu choreografieren – genauso wenig solltest du ohne Absprache plötzlich auf deinen Szenenpartner losgehen.
Improvisation #
Manchmal wünschen Regisseure bei intimen Szenen viel Improvisation. Das kann hervorragende Ergebnisse liefern, aber auch hier braucht ihr zuerst klare Grundregeln.
Besprich mit deinem Szenenpartner, was akzeptabel ist: „Es ist okay, wenn du meinen Rücken und meine Schultern berührst, aber nicht meine Brust. Du kannst meinen Hals küssen, aber ich bin dort kitzlig, also sei sanft."
Ihr könnt euch auch auf Signalwörter einigen, die ihr während des Drehs benutzen könnt, ohne aus der Rolle zu fallen – zum Beispiel bedeutet „Schatz" so viel wie „langsamer" oder ein Händedruck steht für „das ist perfekt".
Das Entscheidende ist, dass sich alle wohl und vorbereitet fühlen, bevor die Kamera läuft.
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