Deine Headshots
Ein Headshot ist ein Foto, das dem Casting Director zeigt, wie du aussiehst.
Stell dir vor, der Casting Director (oder CD) sucht eine Schauspielerin für die Rolle einer harten, aber attraktiven Frau. Er oder sie sieht sich vielleicht hunderte von Headshots an und sucht dabei nach der Schauspielerin, die genauso aussieht, wie er oder sie – und wie das Publikum – sich diese Figur vorstellt.
Der CD sitzt am Computer und scrollt durch all diese Fotos; die meisten verschwimmen im Hintergrund, bis plötzlich eines heraussticht: die perfekte Frau.
Und dann geht die Suche weiter – nach dem gutaussehenden Polizisten – und wieder werden hunderte von Headshots durchgeschaut …
Casting Directors sehen für jede Rolle sehr viele Headshots, und wie du dir vorstellen kannst, reicht wenig, damit dein Headshot in der Masse untergeht – oder aus den falschen Gründen auffällt. Es ist also entscheidend, das richtig zu machen.
Für die meisten Castings musst du 1 oder manchmal 2 Headshots einschicken. Häufig sind das:
- Ein einfaches Foto deines Kopfes und deiner Schultern
- Eine Ganzkörperaufnahme, damit man deinen Körper sehen kann (das ist kein Aktfoto, sondern eine schlichte Aufnahme in neutraler Kleidung, die deine Körperform erkennen lässt)
Brauche ich überhaupt Headshots? #
Das ist alles, was du wissen musst …

Und vergiss nicht: Wenn deine Headshots schlecht sind, brauchst du neue. Was natürlich die Frage aufwirft, woran du erkennst, ob deine Headshots schlecht sind.
Zunächst mal wirst du keine Einladungen zu Auditions bekommen …
Und außerdem … frag dich selbst: Was macht einen schlechten Headshot aus?
Professionelle Headshots machen lassen #
Wenn du dich entschieden hast, Headshots machen zu lassen, ist der erste Schritt, einen Fotografen zu finden.
Denk daran: Das ist nicht deine Mutter oder deine beste Freundin, und das Foto, das du einschickst, ist kein Urlaubsbild von dir am Strand oder ein Schnappschuss mit Freunden im Café!
Nein, es handelt sich um eine professionelle Aufnahme, gemacht von einem professionellen Fotografen.
Damit meinen wir nicht einen Hochzeitsfotografen oder einen Modefotografen, sondern jemanden, der sich auf Headshots spezialisiert hat.
Die nächste Frage ist also: Wie findest du einen guten Fotografen dafür? Hier sind einige Möglichkeiten:
- Schau dir die Profile anderer Schauspieler in deiner Gegend an und sieh dir ihre Headshots an. Wenn dir welche gefallen, frag den Schauspieler, bei wem sie gemacht wurden.
- Wenn du einen CD kennst oder das Glück hast, einen zu treffen, frag nach einer Empfehlung.
- Falls du keine persönliche Empfehlung von einem Schauspieler, CD oder anderen Filmschaffenden bekommst, frag in lokalen Schauspielerforen oder Facebook-Gruppen, was andere empfehlen.
- Und wenn du immer noch keinen Fotografen durch persönliche Empfehlung findest, such im Internet nach Fotografen in deiner Nähe, die sich auf Headshots spezialisiert haben, und ruf sie an.
Gute Fotos kosten etwas. Die Preise schwanken stark, aber rechne grob mit rund 200 EUR für ein erstes Set. (Das kann je nach Wohnort und den dort üblichen Preisen sehr unterschiedlich sein – frag am besten andere Schauspieler in deiner Gegend, was sie bezahlt haben.)
Wenn du einen Fotografen gefunden hast, lass dir vorher seine Arbeiten zeigen. Prüf, ob der Stil zu dir passt. Sprich mit ihm und stell sicher, dass die Chemie stimmt.
Was du am Ende haben möchtest, sind etwa 3 oder 4 gute Bilder. Je nach Casting schickst du für jede Bewerbung ein paar davon ein – und in fast 99 % der Fälle geschieht das digital.
Stil und Format #
Grundsätzlich sollten Headshots:
- In Farbe sein
- Im Hochformat aufgenommen werden, nicht im Querformat
Heute werden Headshots meist mit geringer Tiefenschärfe außen vor einem hellen, neutralen Hintergrund fotografiert, mit ein oder zwei Kleidungswechseln (mehr dazu weiter unten).
Besprich all das mit dem Fotografen, und klär auch genau, was du bezahlst und was darin enthalten ist: Manche Fotografen machen 100 Aufnahmen, geben dir aber nur 2 oder 3. Andere liefern alle Fotos und drucken sie auch aus. Das ist sehr unterschiedlich.
Beachte außerdem, dass in verschiedenen Ländern unterschiedliche Headshot-Stile bevorzugt werden. Am besten fragst du lokale Schauspieler und Casting Directors, was bei dir üblich ist.
Und denk daran: Die Bedeutung eines guten Headshots kann nicht hoch genug eingeschätzt werden!
Bei enCAST haben wir schon alle möglichen Headshots gesehen. Und manchmal konnten wir nur den Kopf schütteln und die Bewerbung löschen, weil der Headshot einfach nicht akzeptabel war …
Bleib authentisch! #
Etwas, das uns immer wieder passiert und ziemlich ärgerlich ist: Wir sehen einen Headshot, laden den Schauspieler ein – und stellen fest, dass das Foto überhaupt keine Ähnlichkeit mit der Person hat.
Also: Keine Bildbearbeitung!
Ein bisschen Make-up ist in Ordnung, aber entferne keine Muttermale, verändere nicht die Haarfarbe, kaschiere keine Rundungen, färbe die Augen ein, zauber keine Muskeln hin, wo keine sind, und lass alles andere dieser Art ebenfalls sein.
Ein Casting Director lädt einen Schauspieler ein, weil das Foto stimmt. Er sucht die unterschiedlichsten Typen – von besonders attraktiv bis ausgesprochen unattraktiv –, und wenn du ganz anders aussiehst als auf deinem Foto, wird man dich höchstwahrscheinlich direkt wieder nach Hause schicken.
Verschwende weder seine Zeit noch deine: Zeig auf deinen Fotos, wie du wirklich aussiehst!
Was einen guten Headshot ausmacht #
In den meisten Fällen brauchst du zunächst einen schlichten Headshot wie diesen hier:

Er zeigt dein Gesicht klar und deutlich, direkt in die Kamera blickend. Ein gutes Foto hält einen Moment fest, in dem deine Augen „sprechen" und du aus der Masse herausstichst.
Mit anderen Worten: Man kann beinahe erahnen, was der Schauspieler denkt!
Obwohl Headshots grundsätzlich ähnlich aufgebaut sind, werden sie heute oft mit sehr geringer Tiefenschärfe im Freien fotografiert – das bedeutet, die Augen sind scharf, alles dahinter ist unscharf.
Auf praktischer Ebene solltest du außerdem beachten:
- Wenn du lange Haare hast, binde sie zurück oder steck sie hinter die Ohren; der Casting Director möchte dein Gesicht klar sehen.
- Trage nicht zu viel Make-up; halte alles so schlicht und neutral wie möglich.
- Trage keine Brille.
- Mach kein Gesicht; halte deinen Ausdruck neutral.
- Trage neutrale Kleidung (keine Kostüme) und so wenig Schmuck wie möglich – nichts soll von deinem Gesicht ablenken.
Entscheidend ist: Der Casting Director muss das echte Dich sehen, nicht eine aufgearbeitete Version davon.
Der zweite hilfreiche Headshot ist ein lächelndes Foto:

Diese zweite Aufnahme ist der ersten sehr ähnlich, nur lächelst du dabei. Kein breites Grinsen und kein Lachen – ein Lächeln. Du wirst dieses Foto nicht immer verwenden, aber wenn du dich für eine leichtere Rolle bewirbst, ist es nützlich, es dabei zu haben.
Schließlich brauchst du einen Headshot, der deinen Körperbau zeigt:

Du wirst das nicht immer brauchen, aber manchmal wird ein Foto gewünscht, anhand dessen sich Casting Directors ein gutes Bild von deiner Figur machen können: sportlich, schlank, kräftig, muskulös und so weiter.
Das ist kein Aktfoto und auch kein Bild in Unterwäsche; es ist eine neutrale Aufnahme, auf der du zum Beispiel Jeans und T-Shirt trägst.
Die Kleidung sollte natürlich in neutralen Farben und schlicht gehalten sein, ohne große Muster oder auffällige Designs. Das Stichwort lautet: Schlichtheit.
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