Zu wenig Zeit, um die Texte für ein Self-Tape zu lernen

Es kommt vor. Du bekommst eine Self-Tape-Anfrage mit 3 oder 4 Seiten Dialog und nur ein paar Tage Zeit zur Vorbereitung. Außer du lernst Texte außergewöhnlich schnell – in so kurzer Zeit ist das schlicht nicht zu schaffen.

Was tust du also? Dieser Artikel erklärt es dir.

Die Figur steht an erster Stelle #

Denk zunächst daran, worauf es dem Casting Director vor allem ankommt: die Figur. Wenn du in der Rolle bist und sie überzeugend verkörperst, wird es dem CD nicht stören, wenn du den Text nicht zu hundert Prozent sitzt.

Arbeite also zuerst die Figur heraus. Denk darüber nach, wer sie ist, was sie antreibt, wie sie sich verhält, welchen Stil sie hat.

Entscheide, wer sie ist und wie du sie spielen willst.

Danach kannst du verschiedene Strategien ausprobieren, um den Text in den Griff zu bekommen.

Nachhilfe fürs Gedächtnis #

Manche Menschen können Texte einfach nicht so schnell lernen. Für sie bleibt oft nur eine Möglichkeit: ein bisschen schummeln.

(Eigentlich ist es kein Schummeln. Es ist das Beste aus den Umständen machen. Wenn dir der CD nur ein paar Tage Zeit lässt, um einen langen Text zu lernen, musst du manchmal improvisieren – weil es schlicht unmöglich ist.)

Konkret bedeutet das: ein Autocue, ein Teleprompter oder Cue Cards (siehe unten). Solange sie außerhalb des Kamerabildausschnitts bleiben, kannst du sie verwenden und trotzdem ein überzeugendes Self-Tape abliefern.

Autocue/Teleprompter

Bei einem langen Monolog ist ein Autocue oder Teleprompter wohl die beste Lösung. Es ist gar nicht so schwer, einen selbst zu bauen – dazu gibt es einige YouTube-Videos –, aber du kannst auch für schon ab ca. 45 € einen kaufen, der mit dem Smartphone oder deiner DSLR funktioniert.

Du kannst ihn zusammen mit einer Smartphone-App nutzen. Besonders empfehlenswert ist der Nano Teleprompter, der sich sehr einfach bedienen lässt.

Einmal eingerichtet, kannst du problemlos vor- und zurückblättern und dein Self-Tape aufnehmen.

Cue Cards

Eine weitere Möglichkeit sind Cue Cards – oder, um es direkt zu sagen: Zettel mit den Dialogzeilen, die du im Raum verteilst.

Gegenüber einem Autocue haben sie einen Vorteil: Du kannst deinen Blick in verschiedene Richtungen lenken. Wenn du beispielsweise mit verschiedenen Figuren im Raum sprechen sollst, kannst du einen Zettel an einer Wand anschauen und dich dann zur anderen Seite drehen, wo der nächste hängt.

Wie man abliest, ohne dass es so aussieht #

Eine Technik, die es sich lohnt zu lernen – und zu üben! – ist, den Text so abzulesen, dass es nicht danach aussieht. Hier sind einige Tipps, damit du in deinem Self-Tape natürlich wirkst.

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